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| Gerd Altmann / pixelio.de |
Schaut man sich vor Ort um und spricht mit den Lehrerinnen und Lehrer, so sehen sie in überwiegender Mehrheit keinen Sinn in erneuten Experimenten. Mancher wird sich noch an die gescheiterte Förderstufe oder das schlecht vorbereitete und im Kern unnötige 13. Schuljahr erinnern, beides wurde in Sachsen-Anhalt unter SPD-Verantwortung eingeführt. Das Schulsystem überstand diesen Stresstest - vor allem deshalb, weil diese "Reformen" nicht zukunftsfähig und unter der CDU/FDP-Landesregierung nach 2002 bald wieder Vergangenheit waren.
Eine große Mehrheit in Sachsen-Anhalt will am bestehenden zweigliedrigen Schulsystem festhalten - zumal es mittlerweile auch für die westlichen Bundesländer ein Vorbild ist. Selbst SPD-Kommunalpolitiker wie die Oberbürgermeister Lutz Trümper (Magdeburg) und Dagmar Szabados (Halle) sagen mittlerweile deutlich, dass für viel Geld sanierte Schulen nach erneuten Reformen womöglich leer stünden. Der sachsen-anhaltinische Städte- und Gemeindebund hat sich deutlich für das bestehende gegliederte Schulsystem ausgesprochen.
Aufgrund der Stabilisierung der Schülerzahlen kann nun erstmals seit 1990 eine echte Konsolidierung der Schulen unseres Landes eintreten. Die FDP will deshalb den Lehrerkollegien die Möglichkeit geben, sich nun in Ruhe um ihre Schülerinnen und Schüler kümmern zu können. Denn der Schlüssel zum Bildungserfolg liegt in der individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes.
Neue strukturelle Umbrüche, etwa eine Gemeinschaftsschule, bringen keinen Fortschritt in der Sache. Derartige Experimente mit unseren Kindern und Jugendlichen – wie auch die Wiedereinführung der nun als „Längeres gemeinsames Lernen“ titulierten Förderstufe – lehnt die FDP ab. Reformen lassen sich nach unserer Ansicht am besten innerhalb des bestehenden Systems verwirklichen. Hier liegt für die FDP der Hauptfokus auf der Sekundarschule, die gestärkt werden muss. und auf einer noch besseren Durchlässigkeit der Schulformen. Unsere Schulen brauchen auch mehr Eigenständigkeit, z.B. im Rahmen eines eigenen Schulbudgets und in Personalfragen. Denn sie wissen selbst am besten, wo Investitionen am dringendsten sind und wer am besten zum jeweiligen Kollegium passt.
Für die FDP ist es besonders wichtig, dass denjenigen, die Gefahr laufen, keinen Abschluss zu erreichen, mehr Angebote praxisorientierten Lernens unterbreitet werden. Bildungssackgassen darf es nicht mehr geben.
Gerade in Hinblick auf die so genannten Risikogruppen muss es besser als bisher gelingen, die Elternhäuser einzubinden, damit dem Grundsatz "kein Anschluss ohne Abschluss" Geltung verschafft werden kann.
Eine der entscheidenden Fragen der nächsten Jahre ist, wie es uns zukünftig gelingen kann, qualifiziertes Lehrpersonal in genügender Zahl zu gewinnen. Die FDP spricht sich hier für ein modulares Studium mit integriertem Praxisteil und Abschluss als Lehrer ohne zusätzliches Referendariat sowie erweiterte Einstellungskorridore aus.
Rede von Veit Wolpert, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, in der Aktuellen Debatte des Landtages zu "20 Jahren sachsen-anhaltinisches Bildungssystem"

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